Fr. Mai 20th, 2022

Fitnessraum…unsere neue Muckibude

Nach den Sommerferien 2021 haben wir im Rahmen des Projekts „GLL“ in einem Nebenraum der Soeste Schule Barßel am Standort Elisabethfehn begonnen einen Lagerraum zu einem kleinen Fitnessraum umzurüsten. Dazu wurde der Raum in Eigenarbeit gereinigt und gestrichen. Anschließend haben wir auf den Fliesen einen Gummi-Fallschutz gelegt, welcher wieder entfernbar ist. Auch dieses erfolgte in Eigenleistung. In verschiedenen Anzeigeportalen konnten wir unterschiedliche Fitnessgeräte günstig erwerben. Diese mussten zwecks Transport beim Käufer ab- und in der Schule wieder aufgebaut werden. Auch dieses erfolgte in Eigenleistung.


Durchführung:
In diesem Schuljahr soll der Fitnessraum aktiv durch Einbindung in den Unterricht und Arbeitsgemeinschaften in den Schulalltag integriert werden. Besonders hierbei ist die engmaschige Vernetzung zwischen Theorie und regulärem, schulischem Sportangebot.

Darüber hinaus soll der Fitnessraum als Raum der individuellen Entfaltung und körperlichen Aktivierung dienen. Unter Anleitung können sich die Schülerinnen und Schüler aktiv betätigen und einen Einblick in den Bereich Fitness erhalten, sowie Perspektiven und Einblicke in ein lebenslanges Sporttreiben bekommen.

Hier bietet sich die Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler für die Bewegung zu begeistern, denn die Nutzung ansprechender Trainingsgeräte wirkt motivierend und steigert das Selbstwertgefühl gerade jüngerer Menschen.

So ist der Fitnessaum nicht nur während des Unterrichtes geöffnet, sondern auch während  der Mittagspause . Die Nutzung der Geräte erfolgt ausschließlich unter Betreuung / Aufsicht / Anleitung durch die beauftragten Personen, welche eingewiesen und geschult wurde. Regelmäßige, fest eingeplante Trainingseinheiten sind vorgesehen. Einen weiteren motivierenden Faktor für das Training  ist die Möglichkeit Musikvideos parallel laufen zu lassen. Dieses fördert die Motivation und wirkt durch die gezielte Auswahl der Inhalte stimulierend oder beruhigend.

In gleicher Stellung möchten wir den Raum auch für den Bereich der Krisenintervention nutzen. Sollte ein Kind einen Raum benötigen, um richtig „Dampf abzulassen“, so kann dieses in Zukunft unter Aufsicht der Sozialpädagogik in der Muckibude geschehen.

Im schulischen Kontext zeigen Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung häufig wenig Motivation und Interesse am unterrichtlichen Geschehen. Kurze Aufmerksamkeits- und Konzentrationsspannen gepaart mit einer hohen Ablenkbarkeit hindern sie an der Entfaltung ihrer Leistungspotenziale. Ausdauer, Lerntempo und Belastbarkeit unterliegen Schwankungen. Spontane Arbeitsbereitschaft und Übereifer werden häufig abgelöst durch Resignation, Mutlosigkeit und Enttäuschung. Schülerinnen und Schüler fordern oft ein hohes Maß an Zuwendung der Lehrkraft ein. Gleichzeitig fällt es ihnen schwer, Leistungen realistisch einzuschätzen. Sie weichen Anforderungen aus, haben ein übersteigertes Selbstbewusstsein und Statusdenken oder ziehen sich in Traumwelten zurück. Förder- und Hilfeangebote lehnen sie ab oder nehmen sie gleichgültig wahr.

Auf unklare Regeln, persönliche Entwertungen, Über- oder Unterforderungen, Konsequenzen oder auf unbegründete Beschuldigungen reagieren Schülerinnen und Schüler mit dem Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung häufig stark impulsiv. Zur Lösung dieser belastenden Situationen sind sie auf pädagogische Hilfe von außen angewiesen.

Andauernde motorische Aktivitäten und permanente innere Unruhe sind auf innere Spannungszustände zurückzuführen, die psychosomatische und psychomotorische Auswirkungen haben können.

Durch gezielte Anleitung und die permanente Verfügbarkeit solch eines Raumes vor Ort, ergibt sich die Möglichkeit nicht nur die Kompetenzbereiche Fitness und Gesundheit gezielt in den Unterricht zu integrieren, sondern auch Spannungen und motorische Unruhe abzubauen. Dabei erfahren Schülerinnen und Schüler, wie eine gezielte Kräftigung bestimmter Muskelgruppen zu einer Verbesserung der Körperwahrnehmung und -kontrolle führen kann. Dies stärkt das Selbstbewusstsein unserer Schülerinnen und Schüler und baut „Dampf ab“.